So verlängern Sie die Ausdauer Ihres Handy-Akkus

    So verlängern Sie die Ausdauer Ihres Handy-Akkus

    Handy-Ausdauer verlängern
    So verlängern Sie die Ausdauer Ihres Handy-Akkus
    26.08.2007

    Ohne Strom läuft nix: connect hat nachgemessen, was wie stark am Akku saugt – und verrät, wie Sie die Ausdauer Ihres Handys verlängern.


    Gefühlt haben sich die Ausdauerwerte von Handys in den letzten Jahren halbiert. Das umfangreich ausgestattete Nokia N95 etwa hält bei intensiver Nutzung gerade mal einen Tag durch. Doch von gefühlten Werten und kurzatmigen Einzelfällen abgesehen: Sind die Ausdauerwerte tatsächlich schlechter geworden? Ganz im Gegenteil: Im direkten Vergleich zeigen sich über die letzten Jahre deutliche Verbesserungen. Betrachtet man die Handys, die connect 2002 getestet hat, so liegen diese bei der Standby-Zeit im D-Netz rund 70 Stunden, im E-Netz etwa 50 Stunden unter der der 2006 getesteten Handys. Auch die Gesprächszeit liegt in den GSM-Netzen etwas unter den Werten von 2006. Kein Wunder: Die Akku-Kapazität, also die Menge an Energie, die der Akku speichert, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Kamen die von connect getesteten Handys 2002 auf einen Durchschnitt von 762 Milliampere pro Stunde (mAh), so lag 2003 die durchschnittliche Kapazität bei 770 mAh. Der größte Sprung passierte im darauffolgenden Jahr: Mit dem Aufkommen von UMTS-Handys stieg die Kapazität auf 861 mAh. Seither waren jährlich etwa ­20 mAh Zuwachs zu verzeichnen, 2006 sind wir bei 904 mAh angelangt. Dass statistische Werte dem tatsächlichen Geschehen nicht immer gerecht werden, zeigt noch einmal das Beispiel N95: Nokia hat dem Ausstattungswunder einen durchschnittlichen Akku mit gemessenen 956 mAh mitgegeben – da bringt das schlichtere 6233 mit 1127 mAh deutlich mehr Saft mit. Und trotz der Verbesserungen müssen viele Handys öfter an die Steckdose als ihre Ahnen. Zum einen werden Mobiltelefone heute sicher intensiver gebraucht – die Gesprächspreise sind gefallen und das Mehr an Ausstattung lässt einen öfter zum Handy greifen. Zum anderen steigt die Zahl der Verbraucher im Handy kontinuierlich. Doch wo stecken die Stromfresser, was schlägt wie stark zu Buche und was kann ich tun, um die Aus–dauer zu verlängern? connect hat für häufig verwendete Funktionen nachgemessen, die Stromschlucker im Handy identifiziert und bietet Tipps für einen längeren Handy-Atem.


    Das Display

    Vor ein paar Monaten geriet die Glühbirne in Verruf und gilt seither als Klimakiller. Im Handy verhält sich das nicht anders. Glühbirnen kommen zwar nicht zum Einsatz, doch die stärkste Lichtquelle, das Display und seine Beleuchtung, gehören zu den hungrigsten Stromfressern. Deshalb schalten viele Handys die Anzeigen bei Nichtgebrauch auch komplett ab. In Zahlen: Das Samsung SGH-U700 hält im Standby-Betrieb knapp drei Wochen durch. Leuchtet dabei das brillante und kontrastreiche Display, schrumpfen die gut 20 Tage auf vier Stunden zusammen. Die sind ein vergleichsweise schwa­cher Wert, connect misst im Test regelmäßig Betriebszeiten mit eingeschaltetem Display von über zehn Stunden. Dennoch nagen auch in diesen Fällen Display und Beleuchtung kräftig an der Ausdauer.


    Wer den Appetit der Anzeige bremsen will, regelt einfach die voreingestellte Beleuchtung herunter. Das klappt bei vielen Handys im Menüpunkt „Einstellungen“. Bei Samsung-Handys kann teilweise noch festgelegt werden, nach wie vielen Sekunden die Display-Beleuchtung abschaltet und obendrein, wann die Tastaturbeleuchtung leuchten soll. Ähnliches gilt für die Serie-60-Smartphones von Nokia. Die verstecken unter „System/Einstellungen/Allgemein/Personalisieren/Display" die Möglichkeit, die Beleuchtung zu regeln und festzulegen, wann diese ausgeschaltet werden soll. Beim Motorola K3 kann man festlegen, wann die Beleuchtung und wann das Display abgeschaltet werden soll. All diese Maßnahmen sorgen zwar für eine etwas schlechtere Handhabung, doch letztlich für mehr Ausdauer. Kleiner Haken: Nicht alle Handys bieten die Möglichkeit, die Display-Beleuchtung anzupassen. Nokias Modelle mit Serie-40-Benutzer­oberfläche etwa bieten lediglich einen Schlafmodus und einen Energiesparmodus, die im Lieferzustand bereits aktiviert sind.


    UMTS

    Neben dem Display sind es vor allem die Sende- und Empfangsmodule, die am Akku saugen. Und davon finden sich immer mehr im Handy: Zum GSM-Teil gesellen sich UMTS, Bluetooth, Wireless LAN und mittlerweile sogar GPS-Empfänger. UMTS ist neben dem Display die häufigste Ursache für den frühen Ruf nach der Steckdose. Von den rund 90 UMTS-Modellen, die connect getestet hat, kommen gerade mal zwei Geräte im UMTS-Netz auf eine Sprechzeit von über drei Stunden. Der Großteil landet bei rund zwei Stunden, im GSM-Netz sind vier bis fünf Stunden üblich. Bei der Standby-Zeit ist der Abfall nicht ganz so stark. Doch wer auf die schnelle Datenverbindung und die etwas bessere Sprachqualität im UMTS-Netz verzichten kann, der schaltet einfach das Handy auf reinen GSM-Empfang und erhöht damit die Ausdauer deutlich. Die Netzpriorität lässt sich im Moment bei praktisch allen UMTS-Handys im Einstellungsmenü fest­legen.


    Musicplayer

    Beim Einsatz eines kabellosen Stereo-Headsets zum Musikgenuss hingegen schlägt Bluetooth im Vergleich mit einem kabelgebundenen Headset bei der Ausdauer deutlich zu Buche. Beim Nokia N95 verkürzt sich die Spielzeit um rund 1:40 Stunden, beim Stromsparwunder K810i von Sony Ericsson gar um sechs Stunden. Beim Einsatz als Musicplayer zeigt sich ohnehin sehr deutlich, wie unterschiedlich den Herstellern das Haushalten mit der knappen Ressource Strom gelingt. Sony Ericssons K810i spielt übers beiliegende Headset 21 Stunden Musik bei maximaler Lautstärke. Das Samsung U700 kommt auf 15:45 Stunden, beim Nokia 6233 sind’s trotz größerem Akku nur 13:20 Stunden, das Nokia N95 machte im Test schon nach 5:40 Stunden schlapp – selbst bei einem Telefonat braucht das Smartphone weniger Strom.


    GPS

    N95-Nutzer kennen das Problem: Wird per GPS navigiert, ist der Akku in wenigen Stunden leer. Bei der Suche nach Satelliten wird mehr Strom verbraucht als bei einem Gespräch übers GSM-Netz. Die Folge beim N95: Mit aktiviertem GPS-Empfang ist der Akku nach rund 7:40 Stunden leergenuckelt.


    Die wichtigsten Tipps für längere Ausdauer

    Keine Frage: Die modernen Ausstattungswunder verlangen einen bewussten Umgang mit dem Gebotenen. Wer von Bluetooth bis WLAN alle Funkmodule arbeiten lässt, muss mit kurzer Ausdauer rechnen. Gerade die Sende- und Empfangsteile wollen mit Bedacht eingesetzt werden. Das gilt insbesondere für GPS und WLAN. Auch das Abschalten von UMTS und die Beschränkung auf GSM verlängert das Stehvermögen. Bluetooth arbeitet dagegen vergleichsweise sparsam. Was sich noch lohnt? Die strahlende Display etwas dimmen.


    Bluetooth

    Die Nahfunk-Technik gilt allgemein als Stromfresser. Dabei zeigen die Messungen: Bluetooth begnügt sich mit wenig Saft. Zwar macht Kleinvieh bekanntlich auch Mist und mit eingeschaltetem Bluetooth-Modul steigt der Verbrauch. Das ist bei häufiger aktiver Nutzung des Handys aber vernachlässigbar, da Gespräche oder ein aktives Display ein Vielfaches an Energie benötigen. Und selbst wenn Bluetooth nicht nur eingeschaltet ist, sondern das Handy aktiv mit einem anderen Bluetooth-Gerät kommuniziert, geht der Verbrauch nicht unbedingt nach oben. Im Test war die Gesprächszeit bei Einsatz eines kabellosen Headsets beim Nokia 6233 und beim Samsung U700 um etwa eine halbe Stunde kürzer, beim Nokia N95 lagen beide Gesprächszeiten aber gleichauf und beim K810i von Sony Ericsson war die Gesprächszeit mit Headset sogar etwas länger.


    Wireless LAN

    Wireless LAN kommt bislang nur bei aufwendigen Smartphones wie dem N95 zum Einsatz. Und tatsächlich scheint die Funktechnologie fürs Handy nur bedingt geeignet. Denn ver­glichen mit Bluetooth benötigt Wireless LAN deutlich mehr Strom. Allein im Bereitschaftszustand, in dem das Handy alle fünf Minuten nach verfügbaren WLAN-Netzen sucht, steigt der Stromverbrauch des Nokia N95 aufs Doppelte. Die Standby-Zeit veringert sich damit um über die Hälfte auf knapp vier Tage. Bei den neueren Nokia-Modellen mit WLAN kann man deshalb direkt vom Standby-Display auf das WLAN-Modul zugreifen und dort die automatische WLAN-Suche deaktivieren.

    Q: connect.de